Ratgeber: Rollrasen selber verlegen

am . Veröffentlicht in selber Heimwerken

Ein Garten in saftigem Grün – Mit Rollrasen geht’s am Schnellsten

Ein Wiese in saftigem Grün gehört zu jedem Garten einfach dazu. Ein Rasen ist gegenüber Blumenbeeten oder gepflasterten Flächen relativ pflegeleicht und zudem schnell angelegt. Heutzutage müssen Sie auch nicht mehr Wochen lang warten bis das Saatgut aufgeht, den Rasen von Unkraut freihalten, auf die richtige Jahreszeit warten oder die Aussaat vor Vogelfraß schützen.

Mit den immer beliebteren Rollrasen gehört das alles der Vergangenheit an. Und Ihre Kinder werden es Ihnen danken, dass sie in kürzester Zeit die Grünfläche zum Spielen benutzen können. Ein Fertigrasen ist genau dann das Richtige, wenn Sie schnell und unkompliziert Ihr eigenes Grundstück begrünen wollen.



Den Rollrasen online kaufen – Einfacher geht’s nicht

In Zeiten von Internet und Onlineshops ist es nicht mehr notwendig den Naturrollrasen unbedingt vom lokalen Gärtner zu beziehen. Auf Webseiten von Baumärkten, Gärtnereien oder Verkaufsportalen können Sie zwischen mehreren attraktiven Angeboten entscheiden. Vom Sportrasen, über langsam wachsende Sorten oder Gras für schattige Plätze - im Netz werden Sie Ihren Wunschrasen mit Sicherheit finden. Die meisten Anbieter werden Ihnen den Rollrasen direkt vor die Haustür liefern und der Liefertermin kann in der Regel ebenfalls von Ihnen selbst bestimmt werden. Damit der Naturrasen auch frisch und in einer Top-Qualität bei Ihnen zu Hause ankommt – auch nach einem längeren Transportweg, werden die Rollrasen in der Regel in einer gekühlten Lieferung versendet.

Ein guter Naturrollrasen für ein gutes Ergebnis hat seinen Preis

Natürlich ist ein Rollrasen kostspieliger als ein Sack voll Rasensamen. Dafür ist der Arbeitsaufwand und die Zeit bis die Rasenfläche genutzt werden kann, deutlich geringer. Auch wenn manche Anbieter mit Billigangeboten werben, sollten Sie für einen qualitativ hochwertigen Fertigrasen mit 5 – 8 Euro pro m² rechnen. Achten Sie vor der Bestellung darauf, ob der Hersteller Pflanzenschutzmittel verwendet, wie viel Zeit das Gras zum Wachsen hatte, bevor es geerntet wird und wo das Unternehmen den Rasen anbaut. Gute Händler geben schon direkt auf Ihren Seiten darüber Auskunft. Große Rasenhändler arbeiten des weiteren oft mit lokalen Subunternehmer aus ganz Deutschland zusammen, um kurze Lieferzeiten zu gewährleisten.

Fertigrasen im eigenen Garten verlegen – Arbeitsschritte und Pflege im Detail

Haben Sie sich entschieden Ihren Garten mit Rollrasen zu begrünen, müssen Sie nicht unbedingt (alles) vom Fachmann machen lassen. Wenn Sie sich die notwendigen Maschinen von Baumärkten oder Gärtnereien ausleihen, können Sie den Rasen wahrscheinlich selbst verlegen. Wenn Sie Schritt für Schritt dabei vorgehen, und bei der Vorbereitung des Bodens, beim Verlegen der Bahnen und der Pflege des Grüns gründlich und sauber arbeiten, werden Sie lange Freude an Ihrem Naturrasen haben.

Werkzeuge und Materialien die Sie zum Pflanzen von Naturrollrasen benötigen 

Je nachdem wie stark verdichtet bzw. bewachsen Ihr Boden ist, benötigen Sie eine Bodenfräse oder eine Motorhacke um die Erde schön locker zu bekommen. Wenn Sie einen alten Rasen entfernen müssen, sollten Sie sich einen maschinellen Sodenschneider ausleihen. Ist Ihr Boden von Haus aus sehr schwer, empfiehlt es sich die Erde mit Humuserde und/oder Sand noch anzureichern. Fürs Ebnen und Walzen müssen Sie sich Schaufel, einen breiten Rechen und eine Rasenwalze besorgen und zum Verlegen des Rollrasen noch einige breite Bretter, ein scharfes Messer und eine Schubkarre. Damit Ihr Naturrasen auch gut anwächst, besorgen Sie sich noch einen Langzeit-Rasendünger und eine Wasserbrause oder einen Rasensprenger.

Die richtige Vorbereitung des Erdbodens

Entkrauten und Lockern

Zuerst entfernen Sie jegliche Reste Ihres alten Rasens oder Wildkräuter, die auf der zu begrünenden Fläche sind. Je nachdem wie stark der Wuchs ist nehmen Sie hierfür eine Bodenfräse oder einen Sodenschneider. Im selben Zug können Sie gleich alle größeren Steine aus dem Erdreich mit entfernen. Ist die zukünftige Rasenfläche penibel gesäubert, können Sie zum Lockern des Bodens übergehen. Sie können das Erdreich mit einer Grabegabel oder einen Spaten umgraben. Aber mit einer Bodenfräse oder Motorhacke werden Sie - gerade bei größeren Flächen, mehr Erfolg haben. 

Je sauberer die Fläche ist, umso wohler wird sich Ihr Rollrasen später auch fühlen.

Den Boden ebenen

Wenn der Boden Unkraut- und Steinfrei ist ebnen Sie den Boden mit einem breiten Rechen und arbeiten gegebenfalls Sand oder Humuserde unter. Bei sehr lehmigen Böden ist dies meist unabdingbar. Achten Sie darauf, dass Sie so wenig Unebenheiten wie möglich in der späteren Rasenfläche haben, damit Ihr Rasen auch später überall gut anwurzeln kann.

Wenn Sie die Zeit haben, lassen Sie die bearbeite Fläche ein bis zwei Wochen ruhen Dies hat den Vorteil, dass Sie nach dieser Zeit die Fläche nochmals per Hand entkrauten können, da bei der maschinellen Bearbeitung oft nur die Wurzeln der Kräuter zerhackt wurden und diese später wieder aufgehen können.

Das Walzen der Bodenfläche

Um zu verhindern, dass die Rasenfläche später absinkt oder Mulden im Gras entstehen, muss die Erdoberfläche verdichtet werden. Am Besten klappt dies mit einer Rasenwalze. Bearbeiten Sie die Erde hierfür solange, bis die komplette Oberfläche trittfest ist. Eventuelle Unebenheiten, die jetzt noch deutlicher sichtbar werden, füllen Sie mit Erde auf und verdichten diese wiederum bis zur Trittfestigkeit.

Vor dem Verlegen muss gedüngt werden 

Damit der neu verlegte Fertigrasen auch gut anwächst müssen Sie die Muttererde mit Dünger anreichern. Langzeit-Rasendünger eignen sich hierfür am Besten. Bevor Sie den Dünger ausbringen, lockern Sie die oberste Erdschicht mit einem Rechen auf und arbeiten den Dünger anschließend leicht in das Erdreich ein. Wenn Sie viel Zeit haben und auf Chemie verzichten wollen, können Sie ca. 3 – 6 Monate vor dem Verlegen ein Gründüngungmischung aussäen und diese dann beim Arbeitsschritt „Lockern“ in den Boden einarbeiten, dann ist die Erde ebenfalls ausreichend versorgt.

Das Verlegen des Rollrasens

Verlegt werden kann der Rollrasen von Frühling bis Herbst, sodass Sie bei der Bepflanzung relativ flexibel sind. Aber der Rollrasen muss innerhalb von 24 Stunden nach der Anlieferung verlegt werden und der zusammengerollte Rasen sollte auf keinen Fall gewässert werden oder Sonnenstrahlung ausgesetzt sein. Wässern Sie den Rasen nur, wenn er ausgerollt ist, sonst kann er zu faulen beginnen. Planen Sie deshalb die Lieferung und das Verlegen so, dass keine Rasenrollen lange herumliegen müssen.

Die Rollen dürfen auch nicht länger als sechs Stunden auf der Palette gelagert werden. Bei kürzerer Lagerung decken Sie die Rollen luftdurchlässig ab.

Die erste Bahn verlegen

Die erste Bahn Ihres Rasen verlegen Sie an der längsten, geraden Kante in Ihrem Garten. Rollen Sie die Bahn auf der kompletten Länge aus und drücken sie überall gut an.

Tipp: Mit einem breiten Brett können Sie großflächiger arbeiten, als mit den bloßen Händen.

Den Rollrasen versetzt verlegen

Damit später keine unschönen Anschlussstellen in Ihrem Naturrasen entstehen, werden die Grasbahnen immer versetzt verlegt. Achten Sie auch darauf, dass Sie die Nahtstelle immer gut andrücken. Ebenfalls sollten Lücken zwischen den einzelnen Rasenstücken vermieden werden.

An Stellen, die während des Verlegens oft begangen werden oder an denen Sie länger verweilen, z. B. zum Schneiden der Bahnen, legen Sie Bretter unter. So vermeiden Sie, dass neue Mulden oder Druckstellen im Fertigrasen entstehen. Gerade bei größeren Flächen, bewässern Sie immer wieder mal die bereits verlegten Grasbahnen.

Den Rasen mit der Walze festdrücke

Haben Sie Bahn für Bahn des Rollrasens sauber verlegt, wird die komplette Grasfläche nochmals mit der Walze festgedrückt. Es ist wichtig, dass der Fertigrasen überall Kontakt mit dem Erdreich hat, wenn er optimal anwachsen soll. Wenn die Grashalme dabei platt gedrückt werden, macht das gar nichts. Die Halme werden sich nach einer gewissen Zeit wieder von selbst aufrichten. Trotzdem sollten Sie diesen Arbeitsschritt mit Bedacht ausführen, da der frisch verlegte Rasen noch empfindlich ist.

Das Bewässern der Grassoden

In den ersten beiden Wochen nach der Bepflanzung muss der Rasen gut mit Wasser versorgt werden. Entweder versehen Sie Ihren Rasensprenger mit einer Zeitschaltuhr oder einem Bewässerungscomputer, oder Sie verwenden einen einfachen Gartenschlauch. Jedenfalls muss der Rasen, bis er angewachsen ist (ca. 14 Tage), immer wurzeltief feucht gehalten werden. Dies entspricht in etwa 15 – 20 Liter pro m². Nach ca. 2 Wochen kann der Rasen normal bewässert werden.

Die richtige Pflege der Grünfläche

Wenn Sie lang Freude an Ihrem Rasen haben wollen, muss er auch gepflegt werden. Dazu gehört regelmäßiges Mähen, Vertikutieren, Belüften, Düngen und die richtige Bewässerung.

Den Rasen regelmäßig mähen

Bereits nach ca. einer guten Woche nach dem verlegen kann der Rasen das erste mal gemäht werden. Der Rasen ist dann etwa sechs Zentimeter hoch. Nachdem Mähen sollte die Halmlänge zwischen drei und vier Zentimetern liegen. Wenn Sie nun Ihr Grün im wöchentlichen Abstand mähen, werden das Anwurzeln und die Dichte des Fertigrasens zusätzlich gefördert. Bei warmen Wetter in den Sommermonaten kann der Rasen auch ein bis zwei Zentimeter länger bleiben. Dadurch wird einer Austrocknung des Rollrasens vorgebeugt.

Die richtige Bewässerung des Rasens

Die richtige Bewässerung ist das A und O für eine schöne grüne Rasenfläche. Das Gras sollte in Monaten mit wenig Regen ein bis zweimal in der Woche ausreichend mit Wasser versorgt werden. In heißen Sommerperioden, empfiehlt es sich sogar täglich zu gießen. Die beste Zeit den Fertigrasen zu bewässern ist der Morgen oder Abend. Bei starker Sonnenstrahlung verdunstet viel von dem Wasser und im schlimmsten Fall kann Ihr Rasen auch „Verbrennen“.

Den Rasen mit Nährstoffen versorgen

Durch eine sinnvolle Düngung versorgen Sie das Gras mit Nährstoffen. Langzeit-Rasendünger sind dabei die erste Wahl. So behalten Sie immer eine schöne, grüne und dichte Grasnabe. Nach ca. einem Monat kann der neu verlegte Fertigrasen das erste mal gedüngt werden. Später können Sie ihn in den Jahreszeiten Frühling, Sommer und Herbst jeweils ein weiteres Mal düngen. Zum Düngen muss der Rasen trocken sein, weil die Körner nicht an den Halmen kleben sollen. In Verbindung mit Sonnenstrahlung kann das Gras wiederum „Verbrennen“. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie nach dem Düngen den Rollrasen nochmals gießen.

Regelmäßiges Vertikutieren für ein optimales Wachstum

Nach einer gewissen Zeit entsteht der sogenannte Rasenfilz, der aus Unkräutern und liegengeblieben Schnittgut besteht. Dadurch wird die Nähr- und Sauerstoffversorgung gemindert und die Widerstandsfähigkeit des Rasens wird darunter leiden. Dem kann man mit regelmäßigem Vertikutieren entgegenwirken. Es gibt zwar auch spezielle Pflanzenschutzmittel, aber gerade wenn Sie Kinder oder Tiere haben, oder Ihnen der Naturschutz am Herzen liegt, sollte das wirklich die letzte Lösung sein.

Das richtige Belüften der Grassoden

Gerade bei schweren Böden sollte der Rasen jährlich belüftet werden. Das Gras wird dadurch besser mit Sauerstoff und Wasser versorgt. Für eine gute Belüftung stechen Sie mit einem Aerifiziergerät Löcher in den Boden und füllen diese anschließend mit Sand.

Fazit zum Rollrasen im eigenen Garten

Wenn einem der etwas teurere Preis des Rollrasens nicht stört, überwiegen ganz klar die Vorteile eines Naturrollrasens. Klar man benötigt auch mehr Geräte zum Begrünen, als bei der herkömmlichen Aussaatmethode, dafür haben Sie aber sehr schnell eine fertig begrünte Fläche. Lediglich bei Schattenflächen müssen Sie entweder speziellen Rollrasen kaufen, oder Sie bepflanzen Ihren Garten nur teils mit Fertigrasen und die heiklen Stellen begrünen Sie mit den Grassamen. Und dass Rollrasen äußerst strapazierfähig ist, sehen Sie allein daran, dass heutzutage in (fast) jedem Fußballstadion mittlerweile Fertigrasen verlegt ist.