Do it Yourself - Gartenhaus selber bauen

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Ein Gartenhaus ist der Traum vieler Gartenbesitzer. Dabei kann das Haus mehrere Funktionen erfüllen. Sie können es als Geräteschuppen oder als Lagerstätte für Ihre Sommermöbel verwenden. Aber Sie können es auch wohnlich einrichten, gerade wenn Sie stolzer Besitzer eines Schrebergartens sind, können Sie darin Schlafen, Essen oder Zeit mit Familie und Freunden verbringen. 

In Baumärkten und Onlineshops werden mittlerweile unzählige Bausätze angeboten, in den unterschiedlichsten Größen und Ausstattungen. Ein Bausatz ist meistens zwar teurer als die „Do-it-yourself-Variante, muss aber nicht immer die schlechtere Wahl sein. Egal ob Bausatz oder Eigenregie, einfach ein Gartenhaus aufs Grundstück stellen, klappt in den meisten Fällen nicht.

Fertigbausatz oder „Do-it-yourself-Hütte“ für den Garten?

Bausätze für Gartenhäuser werden in den unterschiedlichsten Größen und Varianten angeboten, sodass Sie mit Sicherheit ein passendes Gartenhaus finden werden. Der Vorteil ist – wenn Sie nicht gerade das billigste Modell kaufen, dass Sie sich über Statik, Stabilität und Passform der einzelnen Teile keine Gedanken machen müssen. Der Innenausbau kann dann wieder in Eigenregie erfolgen. So können Sie dann auch mit einem Bausatz, einen individuellen Raum ganz nach Ihren Wünschen gestalten.

Nichtsdestoweniger können Sie bei einem Eigenbau noch besser auf die eigenen Bedürfnisse, vor allem in Größe und Raumaufteilung eingehen, als bei dem Produkt von der Stange. Mit etwas handwerklichem Geschick, Kreativität und ein paar starken Händen, kann der Bau des eigenen Gartenhauses bewerkstelligt werden.

Die bürokratischen Hürden vor dem Baubeginn des Gartenhauses

Je nach Bauart, Verwendung und Platz des Gartenhauses kann von Ihnen ein Bauantrag verlangt werden. Die Bauverordnungen sind in den Landesbauordnungen und Gemeindeverordnungen der einzelnen Länder geregelt. Vor dem Bau sollten Sie in jedem Fall bei Ihrem Bauamt vorsprechen. Wenn Sie bei der Planung auf gewisse Dinge achten, werden Sie keine Probleme mit den Ämtern haben.

Die richtige Größe und Baugrenzen fürs Gartenhaus einplanen

In erster Linie hängt es von der Größe Ihrer Gartenlaube ab, ob sie genehmigungspflichtig ist. Jedoch hat jedes Bundesland unterschiedliche Richtwerte. Während z. B. in Bayern Bauten bis 75 m³ genehmigungsfrei sind, liegt die Grenze in Niedersachsen bei 30 m³. Die erlaubten Größen können Sie in den einzelnen Bauverordnungen der Länder einsehen.

Ist Ihr Gartenhaus nicht genehmigungspflichtig, lohnt sich trotzdem ein Blick in den Bebauungsplan zu werfen. Es kann nämlich vorkommen, dass im Bebauungsplan Baugrenzen geregelt sind. Hütten, Schuppen und Vergleichbares dürfen dann nur dort aufgestellt werden.

Eingebaute Küchen und Toiletten meist genehmigungspflichtig

Wollen Sie in Ihrer Hütte Küche, Toilette oder einen festen Grill einbauen, werden Sie nicht darum kommen einen Bauantrag zu stellen. Je nach Bundesland müssen Sie in diesem Fall auch kleine Bauten genehmigen lassen.

Gartenhaus im Kleingarten – Bundeskleingartengesetz beachten

In Kleingärten gelten andere Regeln. Das Bundeskleingartengesetz schreibt eine maximale Größe von 24 qm einschließlich Freisitzfläche vor. Sie dürfen nur ein Gebäude pro Parzelle bauen. Zudem dürfen Sie die Hütte nicht als dauerhaften Wohnsitz benutzen. Wenn Sie diese Bestimmungen einhalten, kann ohne Genehmigung mit dem Bau begonnen werden.

Die Bauunterlagen vor dem Bau beantragen

Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Projekt eine Genehmigung benötigt, besorgen Sie sich folgende Unterlagen für das Bauamt.

  • Baubeschreibung Ihres Projekts

  • Bauzeichnung Maßstab 1:100

  • Statiknachweis

  • höchstens 2 Jahre alten Lageplan 1:500 (Katasteramt)

  • höchstens 2 Jahre alte Flurkarte (Katasteramt)

  • Antragsformular (Bauamt, Internet, Schreibwarenladen)

Bei Bausätzen reicht oft schon der Prospekt oder die Artikelbeschreibung. Oder Sie fragen direkt beim Hersteller nach den Unterlagen, rät der Verband Privater Bauherrn (VPB). Bei einem Bau in Eigenregie sollten Sie einen Fachmann für Zeichnungen und Statik beauftragen, um Probleme zu vermeiden.

Mit den Nachbarn im Vorfeld sprechen

Informieren Sie in jedem Fall Ihre Nachbarn über Ihr Projekt. So gehen Sie Streitigkeiten, Bußgeldern oder sogar einen Abriss meistens aus dem Weg. Wenn die keine Einwände erheben, werden die Bauämter in den meisten Fällen ruhig sein – insofern Richtlinien nicht grob verletzt werden. Denn da wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter.

Technische Planungen die im Vorfeld anstehen

Sind die bürokratischen Hürden erst mal beseitigt, sollten Sie sich mit den technischen Fragen Ihres Projekts auseinandersetzen.

Den Verwendungszweck der Gartenlaube bestimmen

Als Erstes sollten Sie sich ein Bild darüber machen, wie Sie das Gartenhaus nutzen wollen. Soll es nur ein Geräteschuppen sein, oder wollen Sie sich darin auch aufhalten mit Freunden und Familie. Vielleicht entscheiden Sie sich aber auch für beides in einem.

Ist es sinnvoll, eine Stromleitung oder einen Wasseranschluss mit einzuplanen. Gerade wenn Sie es zum Feiern benutzen wollen, kann dies wichtig sein. Genauso kann es aber auch gemütlich sein die Abende bei Kerzenlicht, ganz ohne Hektik und technischen Schnickschnack der heutigen Zeit zu verbringen. Für Hütten, die abseits liegen, lohnt es sich eine Photovoltaikanlage für Strom und warmes Wasser zu installieren.

Wollen Sie Ihre Laube das ganze Jahr über nutzen? Für die kalte Jahreszeit ist dann eine Isolierung der Wände sowie ein (Holz-)Ofen unabdingbar. Beachten Sie in diesem Fall die Brandschutzverordnungen.

Gerade im Sommer ist es wunderbar im Freien zu sitzen. Planen Sie deshalb eine ausreichend große Terrasse, die eventuell mit überdacht ist, mit ein.

Auswahl der richtigen Materialien

Es gibt zwar Hütten aus Metall oder Stein, aber der beliebteste Werkstoff ist nach wie vor Holz. Es lässt sich leicht bearbeiten und das Gartenhaus ist im Bedarfsfall relativ schnell wieder demontiert. Des Weiteren ist Holz relativ günstig und garantiert trotzdem eine schöne Optik.

Für die Wände Ihres Gartenhauses können Sie auf die üblichen Nadelhölzer, wie Fichte oder Tanne zurückgreifen. Damit das Haus auch dicht wird, sollten Sie zum Verkleiden Profilbretter mit Nut und Feder verwenden. Für Flächen, auf denen sich Wasser sammeln kann, wie Terrasse oder Dach, ist es besser Holz für den Außenbereich, wie Kiefer, Lärche, Douglasie oder Eiche zu verwenden.

Je nach Größe Ihrer Hütte kann es ratsam sein, dass Dach mit Ziegeln einzudecken. Bei kleineren Schuppen reicht oft Dachpappe, die Sie einfach auf die Bretter nageln. Auch Wellbleche oder Stegplatten eignen sich zum Eindecken des Daches.

Schritt für Schritt zum „Do it Yourself-Gartenhaus“

Haben Sie die bürokratischen und technischen Vorbereitungen abgeschlossen, können Sie mit etwas handwerklichen Geschick Ihr eigene vier Wände im Garten aufbauen.

Benötigtes Werkzeug für den Eigenbau

  • Bohrmaschine

  • Erdbohrer

  • Eimer, Zementrührer, Kelle für die Fundamente

  • Wasserwaage, Meterstab, Winkelmesser, Lot

  • Akkuschrauber, Säge, Stemmeisen

  • Lasurpinsel

Benötigte Materialien für den Eigenbau

  • Zement

  • Balken 120 mm x 120 mm

  • Nut und Feder Bretter ca. 15 mm stark (Wände)

  • Nut und Feder Bretter ca. 20 – 25 mm stark (Dach)

  • Terassendielen 20 mm stark (Boden)

  • Pfostenträger

  • Montagewinkel, Montagelaschen und Schrauben aus Edelstahl oder feuerverzinktem Stahl

  • Fensterschaum

  • Dachlatten

  • Dachpappe

  • Dachziegel oder andere Dachabdeckung

Die Bodenplatte des Gartenhauses verlegen

Um einen sicheren Stand Ihres Gartenhauses zu gewährleisten, auch bei Sturm und Regen, muss die Bodenplatte fest im Boden verankert werden. Die Balken der Bodenplatte werden mit Punktfundamenten und Pfostenträger im Boden verankert. Damit keine Unkräuter durch den späteren Boden wachsen, sollten Sie den Untergrund auskoffern, ein Drainagevlies verlegen und darüber eine Kies- oder Sandschicht ausbringen.

  1. Zuerst bohren Sie die Löcher für die Fundamente etwa 80 cm tief und füllen diese mit verdichtetem feinem Kies bis zur Hälfte. Der Unterbau des Bodens besteht aus quer liegenden Balken, die auf den Punktfundamenten aufliegen sollen. Der Abstand zwischen Balken und den Punktfundamenten sollte dabei zwischen 60 cm – 80 cm liegen.

  2. Setzen Sie nun die Pfostenträger ein und legen Sie provisorisch die Balken der Grundfläche ein. Mit der Wasserwaage richten Sie dann alles aus. Wenn Sie eine Terrasse mit einplanen, dann sorgen Sie für ein leichtes Gefälle der Terrasse weg von der Tür.

  3. Ist alles ausgerichtet, zementieren Sie die Pfostenträger ein und schrauben nach dem Aushärten des Zements die Balken fest.

  4. Wollen Sie den Boden isolieren, können Sie die Isolierung zwischen den Balken einbringen. Es muss aber dafür gesorgt werden, dass die Isolierung keinen Bodenkontakt bekommt oder sonst irgendwie feucht wird. Ein Bretterunterbau oder spezielle Folien können eine Lösung dafür sein.

  5. Nun können Sie die Terrassendielen auf der Balkenkonstruktion aufbringen und fertig ist die Bodenplatte.

Das Aufrichten der Wände

Die Wände werden wiederum aus einem Balkengerüst hergestellt, in die später Fenster und Türen eingebaut werden. Zum Schluss wird dann alles verkleidet.

  1. Die Wände werden zuerst einzeln am Boden montiert. Die Wände bestehen aus senkrechten Balken, die quer verstrebt werden. Der Abstand der Balken liegt zwischen 60 cm und 80 cm. Die Felder, in denen Türen und Fenster montiert werden, werden an allen Seiten 1 cm – 2 cm größer, als das Maß von Tür oder Fenster. Dies wird benötigt, da die Fenster mit Bauschaum eingeschäumt werden.

  2. Legen Sie die senkrechten Balken aus und montieren Sie oben und unten einen quer liegenden Balken. In die Zwischenräume passen Sie je zwei bis drei Querverstrebungen ein. Verbunden werden die Balken mit langen Schrauben und Montagewinkeln. Dieser Schritt wird so oft wiederholt, bis alle Wände vormontiert sind.

  3. Stellen Sie nun die einzelnen Wandelemente auf, richten Sie mit der Wasserwaage aus. Dann befestigen Sie die einzelnen Elemente sicher, mehrfach und fest mit der Bodenplatte.

Genauso die einzelnen Wände sicher mit Montageeisen und Montagewinkel miteinander verbinden.

Den Dachgiebel aufsetzen

Der Dachgiebel besteht aus quer liegenden Balken, die auf den Wänden im Abstand von 60 cm aufliegen.Auf diesen Balken werden zwei Balken als Dachsparren in Giebelform montiert. Am Dachfirst wird alles mit einem Längsbalken verschraubt.

  1. Montieren Sie wieder am Boden zwei einzelne Dreiecke aus Querbalken und Dachsparren.

  2. Sorgen Sie dafür, dass die Teile gut miteinander verbunden sind. Passen Sie die Verbindungsstücke mit Nuten und Abschrägungen an, dass Sie eine satte Auflagefläche haben. Mit Montageeisen, Montagewinkeln und langen Schrauben, werden die Dreiecke mit den Wänden dann montiert.

  3. Schrauben Sie nun den Längsbalken sicher und fest am Dachfirst fest.

  4. Jetzt passen Sie die restlichen Querbalken und Dachsparren in die Konstruktion ein.

Fenster einbauen und verkleiden von Wänden und Dach

Als Fenster oder Türen, können alte Fenster dienen, die bei Sanierungen oft anfallen, oder Sie besorgen sich neue Fenster.

  1. Mitteln Sie die Fenster und Türen mit Unterlegkeilen, Wasserwaage und Meterstab in den Aussparungen aus. Befestigen Sie die Fenster mit Schrauben oder einem Metalllochband an jeder Seite.

  2. Anschließend schäumen Sie alles mit Fensterschaum aus und entfernen nach dem Aushärten die Schaumreste.

  3. Jetzt können Sie Ihr Balkengerüst mit den Nut und Feder Brettern verkleiden.

  4. An der Terrasse können Sie noch ein Geländer anbringen.

  5. Je nachdem wie Sie Ihr Dach decken wollen, müssen Sie noch Dachpappe, Dachlattung, Dachziegel oder Wellbleche aufbringen. Am Dachfirst wird ein Blech in Dreiecksform montiert, wenn keine Dachziegel verwendet werden. So kann kein Regen eindringen.

  6. Zum Schluss noch alles mit Holzschutz einstreichen und dann können Sie Ihr Richtfest feiern.

Mit optischen Akzenten das Wohlfühlerlebnis Innen und Außen steigern

Ist die Hütte im Rohbau soweit abgeschlossen, kann mit dem Innenausbau begonnen werden. Die Innenseite der Wände können mit schönen Holz verkleidet werden, oder sie montieren Gipswände, die später verputzt oder tapeziert werden. Für ein angenehmes Raumklima kann in die Hohlräume wiederum eine Isolierung eingebracht werden.

Auf den Dachbalken können Sie einen Fußboden einziehen, so kann der Raum wunderbar als Schlafplatz genutzt werden. Auch das Hochziehen weiterer Wände ist eine Möglichkeit, um mehr Struktur und Ordnung in Ihr Gartenhaus zu bringen.

Mit gekonnt eingesetzten Lampen oder (Kerzen-)Leuchtern, einen Grillplatz oder Gartenküche heben Sie den optischen Wert Ihrer Laube an. Und Pflanzen, Blumenkästen oder Beete verleihen der neuen Immobilie den letzten Schliff.

Gartenmöbel vor Wettereinflüssen schützen

Um länger Freude an Ihren Gartenmöbeln zu haben, sollten diese auch entsprechend dem Material gepflegt werden, um sie vor Wettereinflüssen zu schützen. Im Winter ist es sinnvoll Schutzhüllen oder Abdeckhauben für die Gartenmöbel zu verwenden, falls man diese nicht einlagern kann.

Doch nun im Frühling ist es an der Zeit das Gartenmobiliar zu säubern und je nach Material (Holz, Aluminium, Edelstahl, Polyrattan) zu pflegen. Ein pfleglicher und schonender Umgang mit Ihren Möbeln verlängert auf jeden Fall die Lebensdauer. Stets beachten sollten Sie die Pflegehinweise des Herstellers, da durch die starke Sonneneinstrahlung zusätzliche Belastungen und Farbabweichungen hinzukommen.

Wichtige Tipps hierzu unter http://shop.gartenhaus.de/

Das Gartenhaus zum Zentrum im Garten machen

Machen Sie Ihr Gartenhaus zum Zentrum in Ihrem Garten. Wenn Sie den Außenbereich Ihrer Hütte mit Gemüsebeeten, Gartenteich oder Bäumen bereichern, werden Sie einen schönen Ort erhalten, an dem Sie wunderbar entspannen können, egal ob mit Freunden oder allein.

Und nach getaner Gartenarbeit gibt es nichts Besseres, als sein Tagewerk auf der Veranda bei einem kühlen Getränk nochmals zu begutachten.